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Ist Englisch gleichbedeutend mit Computer-Fachvokabular?
Im Englischen sind vermeintliche Fachbegriffe aus dem Computer-Umfeld gar keine, “Mail”, “Window”, “Button”.
Bis auf einzelne Felsen in der Brandung, wie Bildschirm, Tastatur, Maus und Festplatte, haben sie sich trotzdem in vielen Fällen durchgesetzt.
Das bringt einige Probleme mit sich…
Die Probleme sind:
- Beim Genus ist man häufig auf sich allein gestellt: heißt es “der”, “die” oder “das” Task?
Meine Theorie ist, dass sich der Artikel oft - wenn nicht gar meistens - nach dem verdrängten deutschen Substantiv richtet, daher “die” Mail (Post), “das” Window (Fenster), “der” Button (Knopf), “die” CPU (Zentraleinheit), “die” Hardcopy (Kopie) und eben auch “die” Task (Aufgabe).
- Die Beugungsformen sind nicht trivial, wie man schon bei der Mehrzahl zum Hauptwort “Handy” sieht.
Beim Partizip wird es richtig abenteuerlich, weil mehrere Sprachgrenzen zu queren sind: Wenn man einen Download erfolgreich durchgeführt, kommen (deutsche Teile in Großbuchstaben) “downGEloaded”, “downGEloadET” und “HERUNTER GELADEN” in Frage; für Dateien, die man so im Internet ablegt, dass auch andere darauf zugreifen können, habe ich schon “GEsharT” entdeckt - grauenhaft. “GErippT” für den Vorgang, von einer Musik-CD MP3-Dateien zu erstellen, fällt in die selbe Kategorie.
- Jegliches Regulativ fehlt; ist ein neues Wort wirklich sinnvoll oder gibt es schon etwas Passendes?
Kürzlich bin ich über das Wort
Leecher
gestolpert, das die Teilnehmer eines Tauschdienstes beschreiben soll, die nur nehmen ohne etwas beizutragen. Es kommt vonleech
, dem Wort für Blutegel, das einem in heutiger Literatur nicht gerade oft begegnet. Deswegen halte ichSchmarotzer
für weit überlegen: leicht zu verstehen, trifft genau. Einzug in die deutsche Wikipedia hat “leechER” bzw. “leechEN” natürlich trotzdem gehalten: Geht ja ganz schnell, das kann jeder. Die Kehrseite: weil man es in der Wikipedia findet, ist das Wort als existent geadelt; ist es also unnötig, auch nur einen Gedanken an Alternativen zu verschwenden?
Selbstversuch: Man kann zum Browser Firefox ein stark eingedeutschtes Sprachpaket herunterladen. Nach wenigen Tagen kam es mir gar nicht mehr komisch vor, statt eines Cookie
einen Keks
angeboten zu bekommen und Randfenster
ist deutlich griffiger als side bar
.
Klar, für ein paar Begriffe gibt es keine richtig naheliegenden Entsprechungen: für Icon
kann zwar Symbol
sagen, aber hat damit einem Fremdwort mit vielen Bedeutungen noch eine weitere aufgehalst; also Bildchen
?
Was ist mit Browser
oder (USB-)Hub
?
Der Verein für deutsche Sprache startet immer wieder Wettbewerbe, um für schwierigere Kandidaten deutsche Entsprechungen, gerne auch frisch geprägt, zu suchen. Klapprechner
statt Laptop
halte ich für ein Paradebeispiel, es fügt sich wunderbar in die Reihe Taschenrechner
(kein Mensch sagt hierzulande Pocket Calculator
), Tischrechner (die mit der Papierrolle) und einfach Rechner
(statt Computer
oder gar PC
[sprich “Pee-Zeh”]).
Dass Englisch auch kein Allheilmittel ist, sieht man an den kleinen Teilen, die ein paar Gigabyte und einen USB-Stecker mitbringen: heißen die nun memory drive
, flash drive
, USB drive
oder ganz anders? Ein bisschen problematisch ist, dass drive
für Laufwerk oder Antrieb steht, während die Teile doch gerade den Vorzug haben, ohne Mechanik auszukommen. Zugegeben, Speicherstöpsel
hat sich bisher auch noch nicht durchgesetzt…
Welche Generation hat Technik-Probleme?
Das Reisen in öffentlichen Nahverkehrsmitteln bildet - ein Beispiel
Vorletzte Woche im Bus: Eine Studentin mokiert sich, dass sie von Ihrer Mutter, die derzeit in den USA weilt, mitten in der Nacht eine SMS erhalten habe, mit dem sensationellen Inhalt, dass diese jetzt “shoppen” gehe. Nun kann man das als Anzeichen dafür nehmen, dass besagte Mutter sich über den Zeitunterschied im Unklaren gewesen ist (und soweit der Studentin zustimmen) oder die Laufzeit solcher Nachrichten unterschätzt hat. Allerdings stehen auch zwei weitere Schlussfolgerungen im Raum:
- Schade um die Gebühren
- Wer seiner Erreichbarkeit so hohen Stellenwert einräumt, dass er sein eingeschaltetes Spiel- und Telefonierzeug auch nächtens in Hörweite lagert (worüber sich Akkuproduzenten und Stromlieferanten freuen), darf sich nicht beschweren, wenn es seiner Funktion nachkommt.
Ein - hoffentlich verstecktes - Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen bei der Vorstellung, für solch eine wertvolle Nachricht aus dem kostbaren Nachtschlaf gerissen worden zu sein.
Rechtschreibung und deren Verweigerer

Die Rechtschreibung (egal nach welchem Regelwerk) befindet sich weiter auf dem Rückzug. Dazu hat sicher auch die wiederholte Rechtschreibreform beigetragen, weil sie die Verunsicherung erhöht hat. Ein anderer Grund sind Schnöde Mini-Schreiben (abgekürzt SMS), eine Kommunikationsform, die sich meist ohnehin nur an einen Adressaten richtet und wegen Kurzlebigkeit des Inhalts und zudem, wenn schon nicht aufgrund der Kapazität des Empfangsgeräts, so doch zwecks besserer Orientierung in dessen Speicher auch von diesem einzigen bald gelöscht wird. Damit rentiert sich der Aufwand in den Augen einiger Zeitgenossen offenbar nicht mehr.
Genau wie Stützräder dem echten Fahrradfahren nur bedingt nützen, mag auch die in Textverarbeitungen eingebaute Rechtschreibprüfung so weit vom eigenen Nachdenken befreien, dass ohne solche Krücken kein unfallfreies Fortkommen mehr möglich ist. Die in Foren oft zu lesende Fußzeile „Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten“ erteilt diesem Mangel die sofortige Selbst-Absolution. Nun gibt es immer noch die Kommunikation, die sich an Viele, an Unbekannte, gar an potentielle Kunden wendet. Wird dafür auch noch die Form eines Aushangs (hier in einem Schaufenster) gewählt, dann steigt die Chance, dass sich auch solche Leser finden, die von den Segnungen und Unarten des Internets und anderen elektronischen Informationsflusses noch nicht erfasst sind.
Ich hatte leider nicht die Zeit, den nächsten Vorfall abzuwarten, oder ein entbehrliches Fahrzeug bei der Hand, um selbst zu ermitteln, was oder wer auf welche Weise vom dienstbereiten Personal entfernt wird…
So lasst uns denn ein Batteriebäumchen pflanzen!
Wie viele Batterien verbraucht ein Bundesbürger, was macht er anschließend damit und warum?
Nach Angaben eines Akku-Herstellers verbraucht jeder Deutsche im Durchschnitt etwa 16 Batterien im Jahr, davon sind 80% nicht wieder aufladbar. Das ist schon ein ganz ordentlicher Haufen, aber bei der Armada mobiler Elektrogeräte, die inzwischen als unverzichtbar gelten, nicht wirklich erstaunlich; vibrierende Klingenrasierer, digitale Küchenwecker, Milchaufschäumer, MP3-Player, und demnächst wieder ganz aktuell: Mini-Ventilatoren.
Jede dieser Batterien trägt ein kleines Symbol mit einer durchgestrichenen Mülltonne, die bedeuten soll, dass man sie nicht in den Hausmüll werfen darf. Gut informierte Zeitgenossen wissen sogar, dass es in jedem Laden, der Batterien verkauft, eine Papp-Schachtel gibt, die leer gelutschte Mikro-, Mignon und andere -zellen zurücknimmt. Die zahlt zwar kein Geld in Gutschein-Form aus, wie die Kollegen, die PET-Flaschen so genüsslich zermahlen, es wird aber immerhin auch keines verlangt.
Ist das Symbol einfach missverständlich? Nach Meinung einiger Mitmenschen bedeutet es vielleicht doch, dass man leere Batterien zwar in keinem Fall in die Mülltonne werfen darf, sonst aber überall hin. Man „vergisst“ sie auf dem Sitz in der U-Bahn, lässt sie dort fallen, wo sonst Hunde ihr Geschäft verrichten oder wirft sie aus dem Autofenster. Das würde die Mengen erklären, die am Straßenrand herumliegen. Möglicherweise ist das nur der Versuch, Bäumchen zu pflanzen, die den vermutlich weiter steigenden Verbrauch decken. Nun ist zwar zwischenzeitlich kein Quecksilber mehr in den Zellen, aber zum Dünger taugen sie noch lange nicht.
Andererseits sehnen wir uns vielleicht insgeheim nach einer Landschaft aus Batteriebäumchen, Kronkorken-Kräutern, Glassplitter-Gräsern und Dosendickichten?
Vorgänger und Nachfolger des MP3-Players
Geschichte wiederholt sich doch: vor vielen Jahren transportierte man seinen musikalischen Reiseproviant mit Hilfe eines Radiorekorders, der etwa im Extremfall die Größe eines mittleren Umzugskartons erreichen konnte (liebevoll „Ghettoblaster“ genannt). Die Umwelt durfte aufgrund der ungezügelten Beschallungskraft gerne etwas abhaben.
Dann erfand jemand im fernen Osten ein sehr viel kleineres Gerät, das zwar ebenfalls Kassetten abspielen konnte, aber nur eine Kopfhörerbuchse aufwies. Das Missionieren für den eigenen Musikgeschmack war so zwar immer noch möglich, indem man einen Ohrstöpsel abgab, aber das maximale Auditorium war bereits bei zwei Personen erreicht, von der unbequemen Verkabelung ganz abgesehen. Es wurde stiller in den U-Bahnen, von den Schwerhörigen und solchen, die es werden wollten, abgesehen, aus deren Ohrhörer weiterhin Tschick-tschick-tschack zu vernehmen war.
Die Geräte mutierten mit ihren Datenträgern (was die Größe beeinflusste): nach Mini-Disc und CD-Rom ist das Medium heute ganz entfallen. Der räumlich winzige wenn auch fassungsfreudige Speicherbaustein wird direkt am heimischen Rechner betankt, was die die Größe einer Kaugummipackung erlaubt. Einer weiteren Miniaturisierung steht derzeit noch die Notwendigkeit von Anzeige (welches der vielen hundert Stücke gerade abgespielt wird) und Bedienungselementen (wenn dieses Stück nicht das gewünschte ist) im Weg.
Nun tritt die nächste Evolutionsstufe in Kraft: ein anderes Gerät, welches ursprünglich dem Kommunizieren dienen sollte, ist ebenfalls an die Grenze der Bedienbarkeit geschrumpft. Die schlauen Ingenieure, die sich ersatzhalber nach zusätzlichen Funktionen umgesehen hatten, fanden: da Klingeltöne sich inzwischen von einem Musikstück in Vielstimmigkeit und Dauer ohnehin nicht mehr unterscheiden, ist nur ein winziger Schritt nötig, beinahe nur eine Abspieltaste und etwas mehr Speicher. Die geschätzte Kundschaft der neuesten Gerätegeneration kann unter Zuhilfenahme des Mithör-Lautsprechers die sicherlich danach lechzende Umwelt wieder teilhaben lassen. Hört man über die Verzerrung aufgrund dramatisch überhöhter Lautstärke hinweg, ist beinahe wieder der Ausgangspunkt erreicht. Die Musik ist natürlich eine andere…