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13. 08. 2009

Woolies für verschiedene Körperteile

Mode und ihr Sondervokabular habe ich zwar erst unlängst gewürdigt, diese Steilvorlage eines internationalen bayerischen Fußballklubs verdient aber einen separaten Hinweis.

Anmerkung: Es handelt sich um einen Auszug aus der deutschen Variante der Katalogseite.
Woolie für den Kopf
Wir sehen eine Textilie, die man sich gut als Wärmehaube über einer Kaffeekanne vorstellen könnte; einen näheren Hinweis liefert das Wort Woolie (das mit 4000 Google-Treffern bei deutschen Seiten noch keine größere Verbreitung genießt). Die gedankliche Verbindung zu Wolle ist eher oberflächlich, handelt es sich doch durch und durch um Polyacryl. Da sich der Artikel auch über die Auswahlfolge Herren/Accessoires/Mützen und Hüte (letzteres übrigens sorgfältig von “Caps” zu unterscheiden) erreichen lässt, dürfte es sich um eine Strickmütze handeln. Das Englisch-Wörterbuch vermeldet dem gegenüber

Woolies (nur Plural) Wollstrickwaren, U. S. wollene Unterwäsche.

Als einzige besondere Eigenschaft wird auf der Bestellseite ein oder eine Logo-Stick erwähnt. Da ich kein stäbchenförmiges Bestandteil erkennen kann (wie beispielsweise beim USB-Stick), steht zu befürchten, dass hier eine Stickerei gemeint ist.

Die Farbstellung ist übrigens red/white, wahrlich unübersetzbare Fachbegriffe. Der Wendewoolie aus dieser Kategorie ist im Unterschied dazu rot/weiß oder (gewendet) rot, Wortästheten dürften aber die gute Bommelmütze bevorzugen.

Ein völlig andersartiges Woolie, dessen Funktion auf sich auf einen Blick erschließt, habe ich auch gefunden:
Woolie für den Fuß
Ich gebe zu, dass dessen Farbangabe noch ausgefallener anmutet. Die Bandbreite der Gegenstände lässt sich sich bei gründlicher Suche noch steigern, vielleicht sogar über Sportartikel und Kleidungsstücke hinaus?

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12. 04. 2009

Die Sucht nach mehr

Ein sprachlicher Defekt ist auf dem Vormarsch: die Sucht nach mehr greift bei der Benennung eines Ladens oder einer Firma um sich und zwar sowohl in deutscher als auch englischer Ausprägung. Über die Ursache dieses Phänomens darf gerätselt werden…

Mehr-Beispiele
Ist es nur einfacher, ein Beispiel aus dem Angebot auszuwählen und “und mehr” anzukleben, als den passenden Oberbegriff aufzuspüren?
Oder soll es geheimnisvoller klingen, wenn man “Coffee and more” verkündet statt eines abgedroschenen “Kaffee & Kuchen”? Wobei seit geraumer Zeit die Leute in ein Café gehen und ungeniert Tee, Limo und andere Nichtkaffees bestellen; traut man das der Allgemeinheit heute nicht mehr zu? Hübsch ist auch die Vorstellung, dass jemand in einen fachfremden “und mehr”-Laden tritt und ungeniert nach einer Packung Edelstahl-Innensechskantschrauben fragt, worauf die Bedienung triumphierend unter die Theke greift und das Gewünschte hervor zieht.
Die Deutung des “mehr” ist beim Spielkasino ist es noch relativ einfach: hier wird das Verlieren kaschiert. Kniffliger sind die beiden Beispiele, die sich “und Meer” lesen. Ob sich hier zur Einfallsarmut noch ein Rechtschreibfehler gesellt? Oder sind über das sonstige Angebot hinaus doch vielleicht Ferienwohnungen an der See zu mieten?
Wenn der Mehrheitsdrang weiter anhält, hier noch einige Vorschläge für die Zukunft: Manche Kette von Kaffeeröstern müsste zwischenzeitlich ohnehin bei Sortierung nach Artikelanzahl „More & coffee“ heißen, der Metzger könnte unter „Wurst und mehr“ firmieren, eine Schnellrestaurant-Kette unter „Hamburger und mehr“, Banken dürfen sich, um der Finanzkrise zu trotzen, mit einem kostengünstigen aber ungemein stilvollen “Money & More” schmücken und die Geheimniskomponente lässt sich durch “More & more” steigern…

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02. 01. 2009

Modevokabular

Speziell Kleidungsstücke, aber auch häufig verwendete Artikel benötigen offenbar immer wieder neue Namen - ist das Abnutzung?

Jetzt, wo die Kaufhäuser wieder pfundweise Prospekte in die Tageszeitung legen lassen, ist es mir wieder aufgefallen: Bezeichnungen nutzen sich offenbar ab und müssen gelegentlich ausgetauscht werden. Ob “Unterhemden” je so bezeichnet waren, entzieht sich meiner Kenntnis, die erste Aufschrift, die ich gelesen habe, lautete “Sportjacken”, wurde zwischenzeitlich aber von “Tanktop” o. ä. verdrängt. “Kaschmir” beispielsweise ist eine Gegend, um die sich Indien und Pakistan immer wieder in die Wolle geraten und eben auch eine Wolle, aus der besonders edle Teile hergestellt werden.  Die gibt es schon ziemlich lange, nur dürfen die jetzt nicht mehr die Materialangabe “Kaschmir” tragen, sondern das genau so wenig indisch anmutende “Cashmere”. In beiden Fällen geht es aber um praktisch unveränderte Dinge mit frischen Bezeichnungen.

Anders steht es bei DVDs mit aktuellen Filmen und Serien: da haben Verkaufsstrategen erst vor vergleichsweise kurzer Zeit festgestellt, dass ein teurer anmutender Einband einen Unterschied machen könnte. Jetzt packt man die Scheiben in Blechdosen, die “Steel book” heißen, obwohl sie weder aus Stahl sind, noch mit einem Buch sehr viel zu tun haben. Eine solche DVD enthält dann entweder einen Spielfilm oder viele Folgen einer Serie. Da Serien inzwischen praktisch nicht mehr enden, sondern munter weiter produziert werden, passt nur eine Staffel oder neuerdings “Season” auf eine solche Scheibe. Um die Anhänger, die offenbar auch auch die mäßigste Serie hat, beim Schwärmen zu entlasten, haben die Sendungen dann auch abgekürzte Titel, so könnte zum Beispiel “DSDSD” heißen “Deutschland Sucht Den Super-Deppen”. Zusammen hieße das

DSDSD, 1. Season im Steel book



Das sind trübe Zukunftsaussichten, ganz unabhängig von der Wirtschaftslage.

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23. 05. 2008

Ist Englisch gleichbedeutend mit Computer-Fachvokabular?

Im Englischen sind vermeintliche Fachbegriffe aus dem Computer-Umfeld gar keine, “Mail”, “Window”, “Button”.
Bis auf einzelne Felsen in der Brandung, wie Bildschirm, Tastatur, Maus und Festplatte, haben sie sich trotzdem in vielen Fällen durchgesetzt.


Das bringt einige Probleme mit sich…

Die Probleme sind:

  1. Beim Genus ist man häufig auf sich allein gestellt: heißt es “der”, “die” oder “das” Task?

    Meine Theorie ist, dass sich der Artikel oft - wenn nicht gar meistens - nach dem verdrängten deutschen Substantiv richtet, daher “die” Mail (Post), “das” Window (Fenster), “der” Button (Knopf), “die” CPU (Zentraleinheit), “die” Hardcopy (Kopie) und eben auch “die” Task (Aufgabe).

  2. Die Beugungsformen sind nicht trivial, wie man schon bei der Mehrzahl zum Hauptwort “Handy” sieht.

    Beim Partizip wird es richtig abenteuerlich, weil mehrere Sprachgrenzen zu queren sind: Wenn man einen Download erfolgreich durchgeführt, kommen (deutsche Teile in Großbuchstaben) “downGEloaded”, “downGEloadET” und “HERUNTER GELADEN” in Frage; für Dateien, die man so im Internet ablegt, dass auch andere darauf zugreifen können, habe ich schon “GEsharT” entdeckt - grauenhaft. “GErippT” für den Vorgang, von einer Musik-CD MP3-Dateien zu erstellen, fällt in die selbe Kategorie.

  3. Jegliches Regulativ fehlt; ist ein neues Wort wirklich sinnvoll oder gibt es schon etwas Passendes?

    Kürzlich bin ich über das Wort Leecher gestolpert, das die Teilnehmer eines Tauschdienstes beschreiben soll, die nur nehmen ohne etwas beizutragen. Es kommt von leech, dem Wort für Blutegel, das einem in heutiger Literatur nicht gerade oft begegnet. Deswegen halte ich Schmarotzer für weit überlegen: leicht zu verstehen, trifft genau. Einzug in die deutsche Wikipedia hat “leechER” bzw. “leechEN” natürlich trotzdem gehalten: Geht ja ganz schnell, das kann jeder. Die Kehrseite: weil man es in der Wikipedia findet, ist das Wort als existent geadelt; ist es also unnötig, auch nur einen Gedanken an Alternativen zu verschwenden?

Selbstversuch: Man kann zum Browser Firefox ein stark eingedeutschtes Sprachpaket herunterladen. Nach wenigen Tagen kam es mir gar nicht mehr komisch vor, statt eines Cookie einen Keks angeboten zu bekommen und Randfenster ist deutlich griffiger als side bar.

Klar, für ein paar Begriffe gibt es keine richtig naheliegenden Entsprechungen:  für Icon kann zwar Symbol sagen, aber hat damit einem Fremdwort mit vielen Bedeutungen noch eine weitere aufgehalst; also Bildchen?

Was ist mit Browser oder (USB-)Hub?

Der Verein für deutsche Sprache startet immer wieder Wettbewerbe, um für schwierigere Kandidaten deutsche Entsprechungen, gerne auch frisch geprägt, zu suchen. Klapprechner statt Laptop  halte ich für ein Paradebeispiel, es fügt sich wunderbar in die Reihe Taschenrechner (kein Mensch sagt hierzulande Pocket Calculator), Tischrechner (die mit der Papierrolle) und einfach Rechner (statt Computer oder gar PC [sprich “Pee-Zeh”]).

Dass Englisch auch kein Allheilmittel ist, sieht man an den kleinen Teilen, die ein paar Gigabyte und einen USB-Stecker mitbringen: heißen die nun memory drive, flash drive, USB drive oder ganz anders? Ein bisschen problematisch ist, dass drive für Laufwerk oder Antrieb steht, während die Teile doch gerade den Vorzug haben, ohne Mechanik auszukommen. Zugegeben, Speicherstöpsel hat sich bisher auch noch nicht durchgesetzt…

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13. 03. 2008

Gleise und Ansagen

Im steten Bemühen um etwas noblere Atmosphäre in Bummelzügen und Eilzügen, die momentan Regionalbahnen und Regionalexpresse heißen dürfen, werden dort und an den Bahnsteigen auch die Durchsagen immer zahlreicher und den Verkündungen im Flugzeug ähnlicher.

Das Team der Regio Bayern begrüßt die Fahrgäste freundlich und bringt vor der Ankunft in größeren Bahnhöfen neben ein paar Anschlusszügen (die oft zu “Reisemöglichkeiten” geadelt werden) noch den Tipp zu Gehör, auch auf Aushänge und Lautsprecherdurchsagen am Bahnsteig zu achten. In modernen Doppelstock-Wagen wird die Ansage des Dienstpersonals dann noch durch die eines geschulten Sprechers ergänzt; weil diese vom Band kommt, beginnt sie mit einem melodischen Gong, dafür fehlen ihr aber jegliche Details über den demnächst erreichten Ort hinaus. Den Abschluss bildet dann die Ansage - der Geräuschkulisse nach direkt aus dem Maschinenraum - der Ausstieg befinde sich in Fahrtrichtung links.

Mein Favorit ist allerdings die erst gestern wieder erfolgte Ansage am Bahnsteig, die Regionalbahn nach Sonneberg träfe aufgrund einer Verzögerung im Betriebsablauf erst 10 Minuten später ein, die gelegentlich noch mit “Wir bitten um etwas Geduld/ Ihr Verständnis” verziert wird. Vielleicht erwarte ich von der Vokabel “aufgrund” zu viel,  aber dass ein Zug wegen einer Verspätung später kommt, erscheint mir nicht als bemerkenswerte Erkenntnis. Andererseits scheinen solche Durchsagen aus weit entfernten Zentralen ja bevorzugt dann zu erfolgen, wenn aufgrund eines durchfahrenden Zuges auf dem Nachbargleis ohnehin nur Bruchstücke verstanden werden können, damit mag die missglückte Begründung als eine andere Form der Wiederholung dienen.

Das Wort “Gleis” ist mir unlängst in Wagners Oper “Die Meistersinger von Nürnberg” begegnet; dort heißt es im 2. Akt, 2. Szene: War er’s nicht, der meint, ich ging zu weit? ... Und blieb ich nicht im Geleise, war’s nicht auf seine Weise? Doch war’s vielleicht auch Eitelkeit?

Meine Vermutung, es handle sich hier um einen Anachronismus, weil damals noch keine Eisenbahnen existierten, wurde aber durch Grimms Wörterbuch widerlegt: Gleise bezeichnete zuvor die Spuren, die Wagenräder auf den Wegen hinterließen.

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13. 12. 2007

Heines 210. Geburtstag

Wer meint, dass die von Horst Köhler gescholtenen hohen Manager-Gehälter ein ganz aktuelles Problem seien, irrt. Heinrich Heine, dessen Geburtstag sich heute zum 210. Male jährt, belegte vor über 150 Jahren das Gegenteil.

Weil es außerdem so gut zu dem Schwall an Spendenaufrufen passt, der jährlich vor dem Fest der Liebe die Briefkästen flutet, möchte ich hier aus den Nachgelesenen Gedichte von 1845 - 1856 zitieren:

Gott versah uns mit zwei Händen,
Dass wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruh’n,
Wie gewisse Leute tun -
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen -
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)

Den Rest des vergnüglichen Gedichtfragments “Zur Teleologie” können Sie hier nachlesen.

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01. 11. 2007

Das Internet und seine Lücken

Im Internet findet man Vieles sehr oft, aber auch Manches gar nicht. Hier als Beispiel ein Gedicht, das dankbarerweise keinerlei Urheberrecht mehr unterliegt.

Im Beiheft der der CD mit Liedern von Carl Loewe, die ich kürzlich erstanden habe, heißt es zum Text von “Der Papagei” (op. 111) der cpo-Aufnahme in den Erläuterungen von Annika Stawe “Schade, dass Loewe dem Hörer Rückerts letzte Strophe vorenthalten hat!” Das Beiheft gibt nur den verkürzten Text wieder. Das kann ja keine Problem sein, den Text des kompletten Gedichts im Internet zu finden, mutmaße ich technikgläubig. Nach einigen vergeblichen Suchanfragen bei Google (das auch nur den unvollständigen Liedtext findet), dem Projekt Gutenberg und ähnlichen Kandidaten, verlege ich mich aber doch auf konventionellere Medien. Schließlich werde in der Stadtbücherei fündig, wo es eine zwölfbändige Ausgabe von Friedrich Rückerts “Poetischen Werken” aus dem Jahr 1868 gibt, aufgrund der geringen Nachfrage in das Magazin ausgelagert.
Zur Erleuchtung der offenbar desinteressierten Öffentlichkeit und Schließung der beklagten Lücke sei es hiermit komplett wiedergegeben:

Der Papagei

Das war die Schlacht von Waterloo,
Die Schlacht von Bellalliance,
Die klang so laut, die klang so froh,
So ungestümen Klangs.

Das war die Schlacht von Waterloo,
Die Schlacht von Bellalliance,
Da klang’s doch nur dem Britten froh,
Nur froh dem Deutschen klang’s.

Es wohnt’ ein Franzmann nahebei,
Dem klingt es noch im Ohr.
Der hatt‘ auch einen Papagei,
Der sprach so laut zuvor.

Der Papagei sprach mancherlei,
Französisch Tag und Nacht.
So laut noch sprach der Papagei
Am Tage vor der Schlacht.

Und als die Schlacht so laut nun sprach,
Da schwieg der Papagei;
Und als er wieder sprach hernach,
Sprach er nur einerlei.

Der Franzmann sprach: Bon jour, mein Matz;
Der Papagei sprach: Bum!
Der Franzmann sprach: Bon soir, mein Schatz;
Der Papagei sprach: Bum!

Und weißt du weiter nichts als Bum,
So bleibe lieber stumm!
Der Papagei blieb doch nicht stumm,
Der Papagei sprach: Bum.

Und sagst du mir noch einmal Bum,
Den Hals dreh ich dir um.
Bum! da dreht‘ er den Hals ihm um,
Und er sprach sterbend: Bum!

Nun ist der Franzmann doch nicht frei;
Noch ruft in jeder Nacht
Ihm sein erwürgter Papagei
Den Nachhall von der Schlacht.

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17. 06. 2007

Rechtschreibung und deren Verweigerer

Hinweisschild

Die Rechtschreibung (egal nach welchem Regelwerk) befindet sich weiter auf dem Rückzug. Dazu hat sicher auch die wiederholte Rechtschreibreform beigetragen, weil sie die Verunsicherung erhöht hat. Ein anderer Grund sind Schnöde Mini-Schreiben (abgekürzt SMS), eine Kommunikationsform, die sich meist ohnehin nur an einen Adressaten richtet und wegen Kurzlebigkeit des Inhalts und zudem, wenn schon nicht aufgrund der Kapazität des Empfangsgeräts, so doch zwecks besserer Orientierung in dessen Speicher auch von diesem einzigen bald gelöscht wird. Damit rentiert sich der Aufwand in den Augen einiger Zeitgenossen offenbar nicht mehr.

Genau wie Stützräder dem echten Fahrradfahren nur bedingt nützen, mag auch die in Textverarbeitungen eingebaute Rechtschreibprüfung so weit vom eigenen Nachdenken befreien, dass ohne solche Krücken kein unfallfreies Fortkommen mehr möglich ist. Die in Foren oft zu lesende Fußzeile „Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten“ erteilt diesem Mangel die sofortige Selbst-Absolution. Nun gibt es immer noch die Kommunikation, die sich an Viele, an Unbekannte,  gar an potentielle Kunden wendet. Wird dafür auch noch die Form eines Aushangs (hier in einem Schaufenster) gewählt, dann steigt die Chance, dass sich auch solche Leser finden, die von den Segnungen und Unarten des Internets und anderen elektronischen Informationsflusses noch nicht erfasst sind.

Ich hatte leider nicht die Zeit, den nächsten Vorfall abzuwarten, oder ein entbehrliches Fahrzeug bei der Hand, um selbst zu ermitteln, was oder wer auf welche Weise vom dienstbereiten Personal entfernt wird…

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03. 04. 2007

Metall-Arbeitgeber ohne Sprachmaß

Metall-Arbeitgeber-Plakat

Schwer und gewichtig sieht die Schrift aus, wie aus Metall gegossen. Da müssen es natürlich auch Großbuchstaben sein, mit denen die Metall-Arbeitgeber zur Vernunft bei den Tarifverhandlungen aufrufen. Dummerweise gibt es auch nach der Rechtschreibreform, deren Nutzen bei der Unterscheidung von ss und ß wohl am wenigsten umstritten ist, noch kein großes scharfes S, was zu einer Verunstaltung in der gezeigten Form mehr als einlädt.

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