Modevokabular
Speziell Kleidungsstücke, aber auch häufig verwendete Artikel benötigen offenbar immer wieder neue Namen - ist das Abnutzung?
Jetzt, wo die Kaufhäuser wieder pfundweise Prospekte in die Tageszeitung legen lassen, ist es mir wieder aufgefallen: Bezeichnungen nutzen sich offenbar ab und müssen gelegentlich ausgetauscht werden. Ob “Unterhemden” je so bezeichnet waren, entzieht sich meiner Kenntnis, die erste Aufschrift, die ich gelesen habe, lautete “Sportjacken”, wurde zwischenzeitlich aber von “Tanktop” o. ä. verdrängt. “Kaschmir” beispielsweise ist eine Gegend, um die sich Indien und Pakistan immer wieder in die Wolle geraten und eben auch eine Wolle, aus der besonders edle Teile hergestellt werden. Die gibt es schon ziemlich lange, nur dürfen die jetzt nicht mehr die Materialangabe “Kaschmir” tragen, sondern das genau so wenig indisch anmutende “Cashmere”. In beiden Fällen geht es aber um praktisch unveränderte Dinge mit frischen Bezeichnungen.
Anders steht es bei DVDs mit aktuellen Filmen und Serien: da haben Verkaufsstrategen erst vor vergleichsweise kurzer Zeit festgestellt, dass ein teurer anmutender Einband einen Unterschied machen könnte. Jetzt packt man die Scheiben in Blechdosen, die “Steel book” heißen, obwohl sie weder aus Stahl sind, noch mit einem Buch sehr viel zu tun haben. Eine solche DVD enthält dann entweder einen Spielfilm oder viele Folgen einer Serie. Da Serien inzwischen praktisch nicht mehr enden, sondern munter weiter produziert werden, passt nur eine Staffel oder neuerdings “Season” auf eine solche Scheibe. Um die Anhänger, die offenbar auch auch die mäßigste Serie hat, beim Schwärmen zu entlasten, haben die Sendungen dann auch abgekürzte Titel, so könnte zum Beispiel “DSDSD” heißen “Deutschland Sucht Den Super-Deppen”. Zusammen hieße das
Das sind trübe Zukunftsaussichten, ganz unabhängig von der Wirtschaftslage.
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